Das Wochenende ist da und auch wenn uns der April mit dem für ihn typisch wechselhaften Wetter einen Strich durch die Wochenendplanung macht, lassen wir uns davon nicht aufhalten! Egal ob Sonne oder Regen, heute starten wir wieder mit einem frischen Blogeintrag durch. Diesmal frei nach dem Motto: „Der Preis ist heiß!“

Ja, ihr habt richtig gehört, heute werden wir ein weiteres Mal äußerst geschäftstüchtig. Wir beschäftigen uns mit allen Fragen rund ums Thema In-App-Käufe, Finanzierungsmodell und Preispolitik. Schließlich will jeder Entwickler am Ende des Tages von seiner Arbeit leben können – da ist auch White Pony keine Ausnahme. Also, hinein ins Vergnügen!

 

Alles umsonst?

Diejenigen unter euch, die unsere App Eosis: Raiders of Dawn bereits getestet haben, werden sich an dieser Stelle vielleicht ein wenig wundern. Schließlich ist und bleibt der Download der App vollkommen umsonst – und damit meinen wir das gute umsonst wie im Wort „gratis“ und nicht das schlechte umsonst wie in „zwecklos“. Wenn ihr euch aber ein wenig im Menü der App umseht, wird euch früher oder später ein Button auffallen, der euch zum Game Shop führt.

Ein Konzept-Screenshot, der einen Eindruck davon vermittelt, wie der Shop-Bildschirm in der finalen Version der App aussehen soll

Dieses Mockup zeigt, wie das Shop-Menü eines Tages aussehen soll – dann hoffentlich prall gefüllt mit verschiedenen Items.

Im Moment erinnert unser Game Shop allerdings noch ein wenig an die Nachkriegszeit, denn wirklich einkaufen könnt ihr dort noch nicht. Aber keine Sorge, die Arbeiten für das Shopsystem laufen auf Hochtouren. Wenn die virtuellen Regale erst einmal gefüllt sind, könnte ihr euch dort – gegen einen kleinen Obulus – mit neuen Items, Attacken und Routen versorgen und euer Spielerlebnis ganz nach euren eigenen Vorstellungen gestalten.

 

Hilfe, Eosis wird zur Pay to Win-App!

Halt, stop – alle erstmal durchatmen! Natürlich wird Eosis keine App, bei der man nur durch die Ausgabe von horrenden Summen Spaß haben kann. Ihr müsst also keine Angst haben, euch in den finanziellen Ruin zu stürzen, wenn ihr mit Eddy auszieht, um die Welt zu retten. Unser Spiel bleibt komplett spiel- und vor allem schaffbar, ohne einen einzigen Cent dafür bezahlen zu müssen.

 

Warum In-App-Käufe?

Aber was ist dann überhaupt der Grund, aus dem wir uns für diese Methode der Finanzierung entschieden haben? Schließlich könnten wir doch auch einfach einen Preis für den Download der App selbst festlegen und dafür dann auf einen der (meist verhassten) Shops in unserem Spiel verzichten. Das klingt zwar im ersten Moment sinnig, aber damit stünde Eosis vor einem großen Problem: Ein Großteil des Spielkonzepts ist von Inhalten abhängig, die unsere Nutzer selbst generieren können.

Ihr als Nutzer seid Mitgestalter der App! Mit dem Routen-Editor könnt ihr eigene Strecken erstellen und diese dann später wieder mit euren Freunden und anderen Spielern teilen oder sogar in den Game Shop einstellen. Wenn Eosis aber als kostenpflichtige App erst einmal erworben werden muss, steigt damit die Schwelle für potentielle Nutzer gewaltig nach oben. Über kurz oder lang würden wir die App mit diesem Finanzierungsmodell also selbst untergraben, da wir zu wenige Nutzer erhalten würden und damit zu wenige Inhalte für neue Nutzer anbieten könnten.

 

Für jeden was dabei

Statt also für Eosis selbst Geld zu verlangen, machen wir die App allen Nutzern zugänglich, egal wie groß deren Geldbeutel ist. Denn schließlich sind wir auf euch und die von euch erstellten Inhalte angewiesen. Zudem ist es für uns so viel leichter, mehr und besseres Feedback von euch zu erhalten, damit wir unser Spiel noch besser machen können.

Somit kommen alle auf ihre Kosten: Die Gelegenheitsspieler können ganz entspannt nach Lust und Laune in die Welt von Eosis eintauchen und ihre Umgebung gemeinsam mit Eddy erkunden, während die Vollblutzocker unter euch sich auch mal im Game Shop bedienen können, wenn der nächste Kampf besonders anspruchsvoll wird oder ihr euren Illusionen ein schickes neues Outfit verpassen wollt. Einzig und allein die neu erscheinenden Story-Episoden bleiben für alle Spieler kostenpflichtig – aber bei denen machen wir uns auch ganz besonders viel Arbeit für euch.

Ein weiterer Konzept-Screenshot, der zeigt, wie der Spieler später die einzelnen Routen käuflich erwerben können soll

Ein Konzept für den Game Shop, in dem später die neuen Routen- und Story-Pakete erworben werden können.

 

Das macht dann 1€! Oder 2€? Oder auch 3€…

Das bringt uns auch direkt schon zum nächsten Punkt. Diejenigen unter euch, die vielleicht selbst gerade an einem Projekt arbeiten und sich ebenfalls mit einem Shopsystem herumschlagen, werden das Problem kennen: Wie viel sind meine Inhalte wert? Tja, das ist eine dieser Fragen im Leben, auf die es leider keine klare und einfache Antwort gibt. Aber wir haben zumindest einmal ein paar Anhaltspunkte aufgeschrieben, die euch dabei vielleicht helfen könnten.

Den richtigen Preis zu finden ist eine Wissenschaft für sich. Natürlich wollt ihr etwas an eurer Arbeit verdienen, gleichzeitig aber auch nicht die ersten Nutzer durch astronomische Preise wieder verschrecken. Es gilt also, die Waage zwischen zu hoch und zu niedrig zu finden und das gelingt am einfachsten – auch, wenn es banal klingen mag – indem man mit den Menschen redet.

 

Viele Köche verderben den Brei – NICHT!

Während unserer Testphase für Eosis haben wir unsere Tester immer wieder gefragt, was sie als angemessenen Preis für neue Routen oder Story-Episoden ansehen. Mit so einem „Umfragewert“ lässt sich schon einmal ganz passabel arbeiten, auch wenn viele Nutzer aus dem Bauch heraus Preise nennen, die sie im wirklichen Leben dann doch nicht bezahlen würden. Es gibt aber natürlich noch andere Sachen zu berücksichtigen. Orientiert euch zum Beispiel an eurer Konkurrenz oder erfolgreichen Vorbildern – schließlich muss es einen Grund geben, dass deren Konzepte und Preispolitik sich durchgesetzt haben! Also, für welche Inhalte genau verlangen die anderen welche Preise?

Achtet auch darauf, dass der Service eurer App nicht andernorts billiger geleistet wird. Im Eosis-Shop werdet ihr z. B. keine Route finden, die teurer ist als eine „richtige“ Stadtführung. Bedenkt außerdem, wer noch von euren Einnahmen profitiert. Die Platzierung im App-Store kostet euch schließlich auch etwas, ebenso wollt ihr ja Mitarbeiter bezahlen und in neue Features investieren. Alle diese Werte helfen euch dabei, letztlich einen einigermaßen realistischen Preis für eure App und eure Inhalte zusammen zu basteln.

 

No-Go Nr. 6: Dollarzeichen in den Augen

Preispolitik und Finanzierungsmodelle sind zweifellos wichtige Themen, mit denen ihr euch als Entwickler beschäftigen müsst (oder ihr holt euch wenigstens einen BWL-Profi, der sich für euch mit dem Thema beschäftigt). Ihr dürft aber vor lauter Gedanken ums liebe Geld niemals eure Nutzer aus den Augen verlieren. Jüngst machten Mobile Games wie Final Fantasy Record Keeper oder Granblue Fantasy Negativ-Schlagzeilen durch die nicht deklarierte Änderung von Häufigkeitswerten in ihren Zufallssystemen im Game Shop.

Items, die zuvor bereits schwierig zu erhalten waren, wurden damit nahezu unerreichbar. Viele unwissende Kunden investierten aber weiterhin Unsummen in In-App-Käufe, ohne das zu wissen. Nachdem die Praktik publik wurde, sahen sich die Entwickler riesigen Protestwellen seitens ihrer Fans und negativer Berichterstattung gegenüber. Also, verliert nicht die Konsequenzen aus den Augen, die ein Eingriff in euer Shopsystem bezüglich Kundenbindung nach sich ziehen kann – spielt niemals mit dem Vertrauen eurer Kunden! #indiedev #smallbusiness #nogo006

 

Große Dinge werfen ihre Schatten voraus...

Und mit diesen weisen Worten schließen wir den Blogeintrag für dieses Wochenende. Vielleicht haben einige von euch ja das Glück, doch noch einen weniger verregneten Apriltag zu erwischen. Dann schnappt euch doch einfach euer Smartphone, genießt den Sonnenschein und füllt eure Vitamin D-Speicher wieder auf. Wir sehen uns frisch und entspannt am nächsten Wochenende zu einem weiteren Blogeintrag wieder, der – das können wir schon einmal verraten – einen neuen Abschnitt für White Pony markiert. Ihr dürft also gespannt sein!

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