Aller Anfang ist schwer, da ist die Arbeit als junges Startup und Indie Game Developer keine Ausnahme. Damit es trotzdem flutscht und ihr euch für euren Start in ein eigenes Projekt zumindest ein bisschen vorbereiten könnt, haben wir euch heute unsere Top 10 der Regeln für die Arbeit beim Indie Game Development mitgebracht.

 

Regel 1: Gut ernährt ist halb gewonnen

Es klingt so einfach wie banal, ist aber trotzdem unsere absolute Regel Nummer 1: Kümmert euch gut um die Mägen eurer Mitarbeiter. Die mögen euch zwar erst einmal die Haare vom Kopf fressen, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass nur ein satter Coder ein glücklicher Coder ist. Burger, Pizza und Milchschnitte haben sich besonders bewährt :)

Unser sichtlich zufriedener Coder Paul mit einer Tagesration Essen für die Arbeit an Eosis: Raiders of Dawn

Eosis wird produziert von und mit glücklichen, freilaufenden Codern.

 

Regel 2: Probieren geht über Studieren

Diese Regel gilt natürlich nicht nur für die diversen Lebensmittelgeschäfte oder -lieferanten in eurem näheren Umfeld, sondern auch für die verschiedenen Zuständigkeitsbereiche in eurem Team. Ihr wisst bei eurer Concept Art nicht, ob eure Heldin gelbe oder grüne Haare haben soll? Muss das Inventar wirklich objektorientiert programmiert werden? Soll ein Orchester oder ein Synthesizer das Abenteuer musikalisch untermalen?

Ihr könnt das alles stundenlang ausdiskutieren oder ihr probiert es einfach im kleinen Rahmen mal aus, um euch ein besseres Bild von der Situation machen zu können. Das hilft oft dabei, eine Entscheidung zu treffen, mit der man weiter produktiv am Spiel arbeiten kann.

 

Regel 3: Von der Wiege bis zur Bare, Kommentare, Kommentare

Unser (ebenfalls glücklicher) Coder Chris hat es beim Augmented Reality-Programmieren bereits vorgemacht, aber denkt auch daran, die anderen Bereiche eures Projekts sauber zu dokumentieren, z. B. wer gerade welchen möglichen Kooperationspartner getroffen hat, was als nächstes im Marketing passieren soll und warum ihr genau diese eine Spielmechanik so viel toller als alle anderen fandet. Euer Team kann sich jederzeit verändern, denn Mitarbeiter kommen, gehen oder werden auch mal krank. Mit einer anständigen Dokumentation und dem Überblick darüber, wer was warum macht, seid ihr bestens auf solche Situationen vorbereitet.

 

Regel 4: Don’t be the NSA – nobody likes the NSA

Erst vor knapp zwei Wochen, am 28. Januar, war wieder einmal Data Privacy Day, der Nutzer von Onlinediensten aller Art darauf aufmerksam machen soll, ihre Daten im Netz besser zu schützen. Das ist aber nicht nur Aufgabe der Nutzer, sondern auch eure Aufgabe als Entwickler.

Egal ob 1 oder 10.000 Mitarbeiter, sobald ihr sensible Daten in der Datenbank habt, habt ihr auch die Verantwortung, diese Daten zu schützen. Deswegen vergesst nicht, einen Datenschutzbeauftragen zu ernennen, der sich mit dem Thema auskennt oder sich zumindest in das Thema einarbeitet und anschließend darauf achtet, dass alle Daten geschützt sind. Andernfalls kann das nicht nur zu empörten Nutzern, sondern rasch zu rechtlichen Problemen führen.

 

Regel 5: Nicht zu viel, nicht zu wenig

Behaltet immer den Umfang eures Projektes im Auge und fragt euch vor allem, wo ihr damit hinwollt. Denn je nach Anforderungen, die ihr euch selbst stellt, habt ihr natürlich mehr Produktionsaufwand, Assets, Speicherplatzbedarf und so weiter – die Liste ist quasi endlos. Denkt daher also schon von Anfang an ans clevere Ressourcen-Management, nicht nur bei der 3D Modellierung (und ja, damit meinen wir auch Zeit und Arbeit!) und wägt gut ab, was ihr wirklich jetzt gerade für euer Spiel braucht – und was eben auch nicht oder erst sehr viel später. Auch wenn eine gute Planung wichtig ist, müsst ihr trotzdem einen Schritt nach dem anderen gehen. Und das klappt nur, wenn ihr euch nicht gleich zu viel Balast ans Bein hängt.

Die texturierte Diffuse Map von Pilzi in ihrer endgültigen Version

Eosis ist eine App für Smartphones, daher reichen uns schöne, aber einfache Texturen ohne Bump Maps.

 

Regel 6: Keine Angst vor Offenheit oder Rückschlägen

Konstruktive Kritik und Feedback sind das A und O, vor allem im frühen Entwicklungsprozess und falls ihr Fördermittel beantragen wollt. Das ist auch der Grund, weshalb wir in den vergangenen Wochen so viele Testläufe gestartet haben. Aber schon vorher haben wir mit jedem über unsere Idee gesprochen, der sie hören wollte (oder auch nicht). Auf diese Weise konnten wir von den Erfahrungen der anderen profitieren und viele Fehler vermeiden. Traut euch daher und kommuniziert eure Idee offen! Denn selbst wenn ihr dadurch radikale Änderungen vornehmen müsst oder kleine Rückschläge erleidet, könnt ihr davon nur profitieren. Wenn euch Fehler erst auffallen, wenn ihr fast fertig seid, dauert es wesentlich länger, sie zu beheben.

 

Regel 7: Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Unsere siebte Regel bildet ein dynamisches Duo mit Regel Nummer 5. Denn wenn ihr genau festgelegt habt, auf welche Aspekte ihr bei eurem Projekt besonders Wert legt, geht es daran, selbiges so effizient und kostengünstig wie möglich umzusetzen. Ähnlich wie bei Regel 5 heißt es also auch hier “Zeit ist Geld”. Um produktiv an eurem Projekt arbeiten zu können ist es wichtig, dass ihr eure Arbeitsbereiche klar absteckt, effiziente Workflows entwickelt und mit den Tools, die ihr verwendet, vertraut seid. Das gilt natürlich nicht nur für den Bereich Animation, sondern ganz besonders für das Zusammenspiel aller Bereiche.

 

Regel 8: Mit allen Wassern gewaschen

“Alles was schief gehen kann, wird auch schief gehen.” Ach ja, Murphys Gesetze, wer kennt sie nicht? Leider treffen sie auch auf Indie Game Developer zu. Da hilft nur eins: vorbeugen wo ihr könnt! Egal in welcher Projektphase ihr seid und was ihr gerade plant, plant es so akribisch und genau wie möglich und versucht dabei, auch unerwartete Szenarien abzudecken – ganz besonders, wenn ihr die Testphase eures Spiels mit „echten“ Nutzern startet. Wenn ihr euch dann noch so gut wie möglich an den Plan haltet, habt ihr eine (nahezu) bombensichere Organisation für euer Projekt.

 

Regel 9: Die Augen offen halten

Vergesst aber dabei nicht, auch mal zu blinzeln. Spaß beiseite, natürlich ist es wichtig, dass ihr euch in der Medienlandschaft gut umseht. Präsentiert euer Projekt, redet darüber und feilt an eurer Idee. Das hilft euch nicht nur, Fehler zu beheben. Vielmehr kommt ihr so in Kontakt mit vielen hilfreichen, bekannten und auch begabten Menschen, die allesamt potentielle Unterstützer für euer Projekt sein könnten. Beispielsweise über ein Sponsoring für den Global Game Jam.

Unser Concept Artist Daniel bei der Arbeit am Character Sheet für Pilzi

Auch unseren Grafik-Zauberer Daniel haben wir über einen Game Jam gefunden.

 

Regel 10: One Vision

Viele Köchen verderben den Brei und bei der Spieleentwicklung gibt es oftmals wirklich einen riesigen Haufen Köche. Daher ist es umso wichtiger, dass es einen Chefkoch gibt, der die einzelnen Gänge im Blick behält und aufpasst, dass am Ende alles zum geplanten Menü passt. Dazu gehört auch das Sound Design eures Spiels.

Legt also so früh und präzise wie möglich fest, was am Ende eurer Arbeit stehen soll. Übertragt dann einer (einer, keiner mehr und keiner weniger!) der erfahrensten und verantwortungsvollsten Personen im Team die Aufgabe, dieses Ziel immer im Auge zu behalten. Und schon habt ihr euren Vision Keeper gefunden!

 

Erstmal entspannen

Das waren sie also im Schnelldurchlauf, die Top 10 Regeln fürs Indie Game Development vom gesamten White Pony-Team. Nach der Informationsfülle könnt ihr jetzt erst einmal durchatmen. Wie wäre es denn zur Entspannung mit einem kurzen Spaziergang? Bald könnt ihr dabei auch wieder Testläufe für Eosis: Raiders of Dawn starten und euch davon überzeugen, ob wir selbst unsere eigenen Regeln auch immer einhalten. Registriert euch einfach unter dem Link, falls ihr noch nicht registriert seid, und wir geben euch Bescheid, wenn es wieder los geht.

Oder ihr stöbert noch ein wenig durch den Blog. Nächste Woche besucht uns übrigens unser Game Designer Peter und erzählt uns ein paar interessante Geschichten über das Tutorial und das Thema User Experience. Wenn ihr das auf keinen Fall verpassen wollt, dann folgt uns am besten auf Facebook und Twitter, damit wir euch immer auf dem Laufenden halten können. Wir freuen uns auf euch und sehen uns nächste Woche wieder!

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